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Neben der Kohlmeise ist die kleinere Blaumeise die bei uns am häufigsten zu beobachtende Meisenart. Sie ist in Wäldern, Gärten und Parkanlagen gleichermaßen anzutreffen. Im Winter ist sie häufiger Gast an den Futterplätzen. Sie ernährt sich von kleinen Insekten, Raupen und Larven, aber auch von Körnern. 
Seit mehreren Jahren wird ein Nistkasten auf meinem Balkon regelmäßig belegt.

Nestbau

Als Höhlenbrüter sucht sie Hohlräume in Bäumen, nimmt aber auch gern einen Nistkasten an. Selbst auf Balkonen brütet sie dabei in unmittelbarer Nähe zum Menschen.
Die Brutzeit beginnt Ende April. Bereits erheblich früher beginnen die Vögel mit dem Herrichten des Nestes. Dabei wird zunächst die Bruthöhle durch das Weibchen  gesäubert. Im Anschluss wird Nistmaterial zusammen getragen. Das können abgestorbene Gräser, Moos, Tierhaare u.ä. sein. Die Zeiten, in denen das Nest aufgesucht wird können dabei weit auseinander liegen. Die Bewegungen im Nistkasten sind anfangs hektisch, die Verweildauer beträgt nur Sekunden. Ist das Nest fast fertig wird die Meise ruhiger und bleibt auch länger im Kasten.

Brut

Nachdem das Nest fertiggestellt ist beginnt die Blaumeise nach einiger Zeit mit der Eiablage. Dabei wird etwa jeden Tag ein Ei gelegt, bis etwa 7 bis 14 Eier im Nest liegen. Erst jetzt beginnt das Weibchen zu Brüten.
Sie verlässt zwar hin und wieder das Gelege, wird aber vom Männchen versorgt. Dieses nähert sich dem Nest recht vorsichtig. In der Regel lässt es sich in mit Abstand vor dem Nest nieder und macht sich durch Zwitschern bemerkbar. Erst nach Antwort durch das Weibchen fliegt es im Nest ein.

In diesem Jahr legte die Meisenhenne 9 Eier . Ist das letzte Ei da, beginnt sie zu brüten und verlässt das Nest nur noch kurzzeitig, etwa 2 mal am Tag.  Für ein kleines Video klicken Sie auf das Bild.

 

Aufzucht

Nach ca. 15 Tagen beginnen die Meisenkücken zu schlüpfen. Zunächst rostrot, ohne Federn und mit geschlossenen Augen taumeln sie im Nest. Von Tag zu Tag werden die Jungvögel lebhafter und verlangen lauthals nach Futter. Die Eltern sind in dieser Zeit gefordert. Rastlos fliegen sie mit Futter zu und mit dem Kot der Jungen vom Nest. Dabei werden vermeintliche Feinde die sich dem Nest nähern  hart attackiert.
Nach 15 Tagen wird es eng im Nest. Die Jungvögel sind erheblich gewachsen und haben ihr vollständiges Federkleid. Eines Tages beginnen die Mutigsten das Flugloch zu erkunden. Dabei wagen sie sich immer weiter vor. Plötzlich verlässt der erste Vogel das Nest. Die anderen folgen innerhalb weniger Stunden.
Mitunter gibt es ein oder zwei Nachzügler, die dann noch eine Nacht im Nest verbringen und versorgt werden. Das Männchen zeigt sich dann oft sehr aufgeregt und versucht die Nachzügler mit schrillem Zwitschern zu locken.
Die Jungen suchen in der Nähe befindliche Bäume auf und werden als Ästlinge noch eine geraume Zeit von den Eltern versorgt.

Am 15. April. 2014 waren aus den 9 Eiern 7 Kücken geschlüpft. Nackt und blind orientierten sie sich zunächst an den Geräuschen der Mutter, bei deren Eintreffen die Schnäbel weit aufgerissen und die Hälse möglichst hoch gereckt wurden. Dieses Verhalten prägt sich von Tag zu Tag immer mehr aus. Die Mutter entsorgt sofort den Kot. Dazu recken die Jungen ihr Hinterteil hoch und geben eine weiße Blase ab, die das Weibchen sofort aufnimmt.

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