TIERE AM TEICH

Gemeine Winterlibelle  (Sympecma fusca)
Familie: Teichjungfern

Die Gemeine Winterlibelle überwintert als einzige Art in unseren Breiten nicht im Larvenstadium sondern als erwachsenes Insekt (Imago).
Deshalb ist sie auch die erste Libellenart, die wir im Jahr zu sehen bekommen. Sie ist etwa 40 mm lang, hell-bräunlich mit einem dunkelbraunen Muster auf dem Rücken. Die Augen sind ebenfalls bräunlich, oft auch dunkelblau. Zur Ernährung dienen ihr kleine Fliegen.
Im April beginnt die Winterlibelle mit der Paarung. Das Männchen greift das weibliche Tier mit der Hinterleibsspitze hinter dem Kopf. Im Tandemflug setzen sich die Pärchen häufig auf Blätter oder Pflanzenteile und legen die Eier ab.
Anfang Juni sterben die Elterntiere und im August erscheint die neue Libellengeneration, die sich im September vom Gewässer zurückzieht. Die jungen Libellen setzen sich auf Blätter und Stengel und ziehen sich nur bei großer Kälte in untere Vegetationen zurück. Im April des Folgejahres kehren sie geschlechtsreif an den Teich zurück.

Wasserläufer  (Gerris Lacustris)
Familie: Wasserläufer

Eines der ersten Lebewesen am Teich, das sich uns im Jahr zeigt ist der Wasserläufer. Er gehört zur Ordnung der Wanzen und umfasst in Mitteleuropa etwa 10 Arten. Die Tiere haben eine Größe zwischen 9 und 20 mm. Auffällig ist der große Abstand zwischen den Beinen, mit denen sie auf der Wasseroberfläche aufliegen ohne diese zu durchstoßen. Der Wasserläufer kann sich sehr geschickt und schnell auf dem Wasser bewegen, ist an Land aber sehr unbeholfen und damit  leichte Beute für seine Feinde. Bei Sturm und Regen sucht er in Ufernähe Schutz.
Der Wasserläufer ernährt sich räuberisch von ins Wasser gefallenen Insekten, aber auch Larven oder verletzte Artgenossen werden nicht verschmäht. Dabei nimmt er mit seinen Beinen die Vibrationen der Wasseroberfläche wahr.
Auch die Paarung wird im Wasser bzw. auf dem Wasser vollzogen. Dabei springt das Männchen auf seine Partnerin (siehe Bild). Beide werden durch die Oberflächenspannung des Wassers getragen. Eine Woche später erfolgt die Eiablage an Pflanzenteilen. Die Larven bewegen sich ebenfalls an der Oberfläche und durchlaufen fünf Entwicklungsstadien.
Im Winter verstecken sich die Wasserläufer in Ufernähe in Laub und Pflanzenteilen.

Erdkröte  (Bufo bufo)
Familie: Echte Kröten

Eine der häufigste Kröten ist die Erdkröte. Bereits im zeitigen Frühjahr (etwa ab März) kann man sie in vielen stehenden Gewässern beobachten. Oliv bis bräunlich auf der Oberseite, die dicht mit Warzen bestückt ist. Dabei können Farbe und Muster variieren, ja sogar im Laufe des Jahres wechseln. Hinter den Augen befinden sich Drüsenwülste, die ein, dem Selbstschutz dienendes Hautgift absondern Die Männchen erreichen bei uns eine Größe von etwa 8 cm, die Weibchen etwa 10 cm. Sie ernähren sich von Schnecken, Käfern und Würmern. Im Frühjahr wandern sie zu ihren Laichgewässern. Dabei sind sie relativ Standorttreu. Die Männchen versuchen auf die Weibchen, die deutlich in der Minderheit sind, aufzusteigen. Gelingt ihnen das, dann gibt das Weibchen den Laich als Schnur ab, die um Pflanzen gelegt werden. Dabei regt es das Männchen an seinen Samen auszustoßen und den Laich damit zu befruchten. Nach einer Woche entwickeln sich die Kaulquappen, die nach etwa 10 Tagen frei schwimmen. Fische fressen weder den Laich noch die Kaulquappen, da sie von einer abstoßenden Schleimschicht umgeben sind. Ende Juni verlassen die kleinen Kröten fast gleichzeitig das Laichgewässer. Diese Krötenwanderung kann man, wenn man Glück hat, in den Abendstunden beobachten
Die Kröten sind nachtaktiv. Oft sind sie als erstes an ihrem Ruf zu erkennen. Sie werden ca. 10 Jahre alt. Im Winter graben sie sich ein und überdauern die Frostperiode in Winterstarre um im nächsten Frühjahr wieder ihre angestammten Laichgewässer aufzusuchen.

Frühe Adonisjungfer  (Pyrrhosoma nymphula)
Familie: Schlanklibellen

Diese Kleinlibelle fällt durch ihre intensiv rote Färbung auf. Die Männchen haben dazu im letzten Drittel des Körpers eine schwarze Zeichnung. Bei den weiblichen Tieren sind die Striche der Zeichnung breiter. Von der zweiten rot gefärbten Kleinlibellenart, der Scharlachlibelle, lässt sich die Frühe Adonisjungfer einfach durch die schwarzen Beine unterscheiden.
Die Libelle bevorzugt stehend und langsam fließende Gewässer. Wichtig ist eine dichte Ufervegetation, in der sie sich gern versteckt hält.
Die Paarung erfolgt im späten Frühjehr / Frühsommer im Tandemflug. Die Eier werden in Pflanzenteilen abgelegt. Die Larven schlüpfen im Frühling des folgenden Jahres.

 

Hufeisen-Azurjungfer  (Coenagrion puella)
Familie: Schlanklibellen

Die Larven dieser etwa 40 mm langen Kleinlibelle schlüpfen zwischen Mai und August und leben etwa 4 Wochen. Paarung und Eiablage, wie auch die weitere Entwicklung entsprechen der der Frühen Adonisjungfer.

Plattbauch  (Libellula depressa)
Familie: Segellibellen

Der Plattbauch kommt zwischen Mai und August häufig an langsam fließenden Gewässern und auch Teichen vor. Er ist ein gewandter und schneller Flieger. Die Männchen sind an ihrem hellblauen Hinterleib leicht zu erkennen. Die Weibchen sind dagegen eher schlicht bräunlich-gelb. Die Paarung dauert nur ca. eine Minute. Das Weibchen lässt die Eier aus der Luft in die Ufernahe Vegetation fallen. Die Larven brauchen für ihre Entwicklung etwa 2 Jahre. Diese Zeit verbringen sie ausnahmslos im Wasser Weibchen sind ständig auf der Wanderschaft, während die Männchen ein standorttreues Revierverhalten zeigen. Diese Libelle ist etwa 5 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 5 - 7 cm.

Ringelnatter  (Natrix natrix)
Familie: Nattern

Neben der Kreuzotter ist die Ringelnatter die wohl bekannteste Schlange unserer Breiten. Sie kommt, mit Ausnahme der kühlen nördlichen Regionen, in ganz Europa und Westasien vor. Sie ist völlig harmlos und sehr scheu. Sie verfügt zwar über ein schwaches Gift, welches aber selbst Hunden und Katzen nicht gefährlich werden kann. Bei Annäherung flüchtet die Ringelnatter sofort. Kann sie nicht sofort entkommen richtet sie sich zunächst wie eine Kobra auf. Hilft das nichts gibt sie ein  übel riechendes Analsekret ab. Ein weiterer Schutz vor Feinden ist das Totstellen. Dabei legt sich die Schlange auf die Seite un lässt die Zunge heraushängen. Die immer weiter eingeschränkten Biotope haben diese Schlange auf die rote Liste der gefährdeten Arten gebracht. Sie ist geschützt.
Die Ringelnatter ist eine Wassernatter, die sich in der Hauptsache von Fröschen, Molchen, aber auch von Fischen ernährt.
Sie benötigt neben dem Wasser dichte Pflanzungen in die sie sich zurückziehen kann. Zur Überwinterung, aber auch zur Eiablage werden alte Baumstümpfe, Reisig-, Laub- oder Komposthaufen bevorzugt. Im Juni legt die Ringelnatter etwa 10 - 30 Eier ab. Im Frühherbst schlüpfen die jungen Schlangen und Überwintern von Oktober bis April dort. Nach ca. 4 Jahren sind sie geschlechtsreif. Dabei erreichen sie eine Länge zwischen 1 und 2 m. Längen um 1 m sind aber bei uns das Maximum.
Ringelnattern können 20 Jahre alt werden.

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